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Das homöopathische Arzneimittel Opium der Milchsaft des Schlafmohns

Homöopathische Symptome von Opium

Opium der Milchsaft des Schlafmohns

Der Schlafmohn, lateinisch Papaver somniferum, gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae), er ist eine uralte Kulturpflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum.

 

Heutzutage wird Schlafmohn überwiegend in Asien angebaut, in Deutschland ist der Anbau als Heilpflanze genehmigungspflichtig.

 

Der Schlafmohn wächst als einjährige Pflanze, meistens eintriebig mit behaartem Stängel bis zu 150 cm in die Höhe, an deren Spitze eine große vierblättrige violette Blüte sich krönt. Die Blütenknospe neigt ihren Kopf vor ihrer Blüte nach unten, um dann erblüht in den Himmel zu schauen. Am Ende der Blütezeit entwickelt sich eine emporragende große Samenkapsel, die neben den Mohnsamen das Opium enthält.

 

Opium, der dickflüssige Milchsaft, enthalten in den Samenkapseln der Mohnpflanze, lies schon während der Antike, durch Morpheus dem Schlafgott, die Göttin Demeter in tiefen Schlaf sinken und dadurch ihren Kummer über ihre entführte Tochter Persephone vergessen.

 

Die schlaffördernde, betäubende und schmerzlindernde Wirkung des Opium wird in unserer Zeit in der Schulmedizin, extrahiert als betäubungspflichtiges Schmerzmittel, bei sehr starken Schmerzen eingesetzt. Schon immer gab und gibt es dazu auch die verbotene, missbräuchliche Verwendung als Rausch- und Suchtmittel, da es sich bei Opium um eine gefährliche Droge handelt.

Opium als homöopathisches Mittel

Die Urtinktur wird aus dem, wie Dr. Hahnemann sagte, „Mohnsaft“ bzw. Milchsaft der Samenköpfe des Schlafmohns hergestellt, welche die Basis für die Herstellung der homöopathischen Arznei bildet. Die Urtinktur wird homöopathisch verarbeitet, sodass sie stark verdünnt und potenziert nur die energetische Information des Arzneimittels weitergibt und nicht die giftige Substanz. Dr. Hahnemann prüfte zuerst mit einigen damaligen Kollegen Opium als homöopathisches Arzneimittel.

Die Symptome in der Homöopathie

Homöopathisches Opium kann angezeigt sein bei Folgen von Schock, Schreck, Tadel und heftigen Emotionen. Das Nervensystem, der Verdauungstrakt und das Gemüt sind dabei häufig affiziert. Der Opium Zustand kann ein wechselhaftes, gegenteiliges Beschwerdebild hervorrufen wie am Beispiel Schlaf deutlich wird, einerseits tiefe Schlafsucht mit lautem Schnarchen, andererseits überempfindliche Sinne mit dem Erwachen beim kleinsten Geräusch.

 

Kennzeichnende Leitsymptome in akuten Fällen können sich zeigen nach einem Schreck oder Schock in Form von Furcht, die nach einem Schrecken zurückbleibt sowie Schmerzlosigkeit bzw. das Nichtklagen über Beschwerden und Erwachen mit Schrecken aus einem stuporösen Zustand. Auf körperlicher Ebene kann es u.a. zu Obstipation, lichtstarren Pupillen, Schläfrigkeit und dunkelrotem Gesicht kommen. Bei Kindern kann es durch einen Schreck der Mutter zu Enuresis oder gegensätzlich zu Harnretention kommen.

 

Opium gehört zu einem der wichtigsten Mittel bei der Shegal-Methode. Zu den kennzeichnenden Gemütsrubriken bei Dr. Shegal gehören u.a. die Gleichgültigkeit gegen Leiden sowie die Furcht vor Extravaganz. Hier zeigen sich ein weiteres Mal gegensätzliche Symptome, in einem Moment noch gleichgültig gegen die eigenen Leiden ändert sich die Symptomatik in einer Furcht vor einem Übermaß bzw. Extravaganz. Die Furcht vor Extravaganz kann erklärender beschrieben werden als Angst aus der Normalität herauszuragen bzw. die Normalität zu überschreiten.

 

Der indische Arzt und Homöopath Dr. Prafull Vijayakar beschreibt die Konstitution von Opium in chronischen Fällen als wortgewandten Redner mit einem hellem Verstand sowie schneller Auffassungsgabe. Im Geiste wach und blitzgescheit aber körperlich langsam. Sie haben des Weiteren scharfe Sinne mit einer ausgeprägten Wahrnehmung, die sie u.a. Geräusche aus weiter Entfernung fein wahrnehmen lässt.


Quellen:

  • Phatak, S.R.: Homöopathische Arzneimittellehre. 2006
  • Seideneder, Armin: Mitteldetails der homöopathischen Arzneimittel; Band 3. 2015
  • Lang, Gerhardus; von Seckendorff, Ekkehard: Homöopathie, Einführung in Theorie und Praxis der Sehgal Methode. 2007
  • Vijayakar, Prafull: Typische Begegnungen, Materia Medica der Veranlagungen Band 1, Extrovertiert Introvertiert. 2012

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